Johann I. Smarzly (1844-1898) 

Zwar waren unsere Vorfahren nun nicht mehr vom Adel und den Gutsbesitzern abhängig oder diesen irgendwie verpflichtet, sie waren jetzt freie Bürger Preußens. Diese Freiheit bezahlten sie jedoch mit der Aufgabe der weitgehend gesicherten Existenz als Gärtner. Nun musste unsere Familie auf den bisher zugesicherten Lohn aus der Arbeit beim Gutshof sowie auf die Nutzungen und Anteile aus der Wirtschaft des Grundherrn verzichten und alleine mit den Einnahmen aus der kleinen Gärtnerwirtschaft, im Konkurrenzkampf mit den zur Landbearbeitung viel besser ausgestatteten Bauern, in Eigenverantwortung durchkommen.
Offenbar sah Franz Smarzly, ältester Sohn und der Nachfolger von Joseph II. Smarzly, auf der Gärtnerstelle in Blaschewitz wenig Zukunftsperspektiven. Im Juni 1874 noch für eine dreijährige Amtsperiode zum Gerichtsscholzen von Blaschewitz gewählt, ersuchte Franz Smarsly noch vor Ablauf seiner Amtszeit um Entlassung von diesem Amt, da er offenbar im Begriff stand umzuziehen. Die Entlassung wurde ihm nach der Neuwahl des neuen Scholzen Wilhelm Brzank, am 13. Juni 1876 gewährt. Wohl kurze Zeit später verkaufte Franz die alte Gärtnerstelle und verließ mit seiner Familie den Heimatort seiner Vorfahren. Er ließ sich im nicht weit entfernt liegenden Dorf Radstein, in der Nähe der Stadt Zülz nieder, wo seine Nachfahren heute noch leben. Franz Smarzly war das letzte Mitglied der Familie Smarzly in Blaschewitz. Sein jüngerer Bruder und unser direkter Vorfahre Johann hatte bereits einige Jahre zuvor sein Heimatdorf verlassen.
 
Johann Zmarzly wurde als jüngstes Kind des Gärtners Joseph II. Smarzly und seiner Ehefrau Candida geb. Kopka, von den Taufpaten Johann Speich und der Clara Pruschko, am Dienstag, den 17. September 1844, nach Deutsch Müllmen zur Taufe gebracht.
Mit nur elf Jahren wurde Johann bereits Halbwaise, nachdem im Herbst 1855 seine Mutter Candida gestorben war. Mit seinen beiden Geschwistern, dem fünf Jahre älteren Franz, der drei Jahre älteren Theresia und der nur acht Jahre älteren Tante Johanna, wurde er bald von der neuen Stiefmutter Marianna erzogen. Vielleicht beteiligte sich auch Anastasia, die Witwe nach dem Großvater Andreas II. bei der Erziehung der Kinder mit. Sicherlich musste Johann, wie auch seine älteren Geschwister, dem Vater bei der Bewirtschaftung des Hofes oder der Arbeit auf dem Feld helfen. Er muss aber auch, zumindest in den Wintermonaten, Zeit gefunden haben die einklassige katholische Schule von Blaschewitz zu besuchen, wo er neben dem Beten auch das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernte. Jedenfalls ist Johann unser erster Vorfahre, der später flüssig seinen Namen schreiben kann.  
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Unterschrift von Johann I. Smarzly

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Fünf Jahre nach seinem Bruder Franz, der am 12. August 1861 für ein Infanterieregiment ausgehoben wurde, musste im Frühjahr 1866 auch der einundzwanzigjährige Johann Smarzly unter der Aufsicht des Gerichtsscholzen von Blaschewitz Thomas Kitta, reinlich gekleidet und pünktlich um 5 Uhr früh, am Rathausplatz in Oberglogau zur Musterung erscheinen. Jedoch erst nach der Beendigung des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich am 23. August 1866, wurde ihm der Befehl des Kriegsministeriums vom 08. Dezember 1866 zur Einstellung und Überweisung zu seinem Truppenteil, vom Ortsvorstand von Blaschewitz, ausgehändigt. Am 29. Dezember 1866 um 08.00 Uhr hatte sich der Kavallerie-Rekrut Johann Zmarsly mit zwei weiteren Altersgenossen aus Blaschewitz, dem Kavallerie-Rekruten Franz Machura und dem Pionier-Rekruten Jos. Nohl, vor der Kaserne Nr. 14, Block 2 in Cosel, mit guten Stiefeln und zwei Hemden versehen, pünktlich zu gestellen. Seinen zwei- und halbjährigen Wehrdienst erfüllte Johann Smarzly in einer kriegslosen Zeit.
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Gefreiter vom Garde-Kürassier-Regiment
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Im Sommer 1869 kehrte der frisch ausgebildete preußische Reitersoldat in sein Heimatdorf zurück. Inzwischen hatte sich im Jahre 1867 sein gealteter Vater Joseph auf das Altenteil zurückgezogen und sein Erbe an die junge Generation verteilt. Die Gärtnerstelle erhielt Johanns älterer Bruder Franz, auch die Schwester Theresia und die nur wenig ältere Tante Johanna bekamen wohl ihre Mitgift, zumindest konnten beide noch im gleichen Jahr heiraten. Johanns Anteil am väterlichen Erbe bestand vor allem aus einem knapp drei Morgen (62 Aar und 80 Ruten² ) großen Ackerstück im ersten Felde in Blaschewitz, das er sicherlich zunächst an seinen Bruder Franz verpachtete, da er selber über kein Werkzeug und Vieh verfügte um das Feld zu bestellen. Erst als Franz zehn Jahre später daran ging, die Gärtnerstelle in Blaschewitz zu verkaufen, setzen sich beide Brüder am 04. April 1877 vertraglich auseinander, wonach das o. g. Ackerstück im Wert von 600 Mark im Grundbuch von Blaschewitz auf den dann bereits in Neuhof wohnenden Johann übertragen wurde.
  
Hatten die Mitglieder der Familie Smarzly in Blaschewitz in früheren Generationen selten ihre Geschwister oder andere nahe Verwandte als Trauzeugen oder Taufpaten herangezogen, so beweist das häufige Auftreten als solche bei den Trauungen und den zahlreichen Taufen der Kinder von Franz, Theresia, Johann und Johanna bzw. ihren Ehepartnern, eine enge Bindung der drei Geschwister und der mit ihnen großgewordenen Johanna. Im Zeitraum von 1866 bis 1886, also auch schon nach dem Wegzug der drei Geschwister und der Johanna aus Blaschewitz nach Radstein, Oberglogau, Reitersdorf bzw. Kujau, gab es kaum eine Tauffeier oder Hochzeit der Familien, zu der nicht zumindest eines der Familienmitglieder angereist kam, um die Patenschaft zu übernehmen oder als Trauzeuge zu fungieren.
 
Am Montag, den 09. Mai 1870 heiratete Johann Smarsly, Gärtnersohn aus Blaschewitz“ die gleichaltrige Bauerntochter aus Straduna, Marianna Walla, in der Kirche Pauliner Wiese in Mochau. Marianna war die Tochter des Bauern Jacob Walla aus Straduna (Kreis Oppeln) und seiner Frau Candida geb. Schwienteg. Jacob Walla, dessen Frau eine gebürtige Blaschewitzerin war und durch ihren Vater, den Bauer Martin Schwienteg und ihre Mutter Marianna geb. Kunert, mit den meisten Bauerfamilien dieses Dorfes verwandt war, besaß aus dem Erbe seiner Ehefrau auch im Heimatort der Smarzly Ackerland und tauchte in Blaschewitz häufig auf. Die Tochter Marianna selbst war hier sogar geboren und am 25. November 1844 in Deutsch Müllmen getauft. Hier in Blaschewitz haben sich Johann und Marianna auch sicherlich kennen gelernt.
 
In diese Zeit, kurz nach der Hochzeit von Johann und Marianna, lässt sich die erste in unserer Familie mündlich überlieferte Erzählung einordnen. In Geschichten, die Marianna Jahrzehnte später ihren Kindern und Enkeln erzählen sollte, beschrieb sie, wie sie kurze Zeit nach der Hochzeit, mit einem Säugling auf dem Rücken, den sie in einen Leinensack eingewickelt hatte, unter widrigsten Wetterbedingungen, eine abenteuerliche Reise zu Fuß nach Cosel unternahm. Sie wollte dort unbedingt ihren Mann treffen, der als Angehöriger der kaiserlichen Leibgarde, mit dem Kaiser in diese Festungsstadt kommen sollte.
Tatsächlich wurde Johann, als Reservist, wohl nur zwei Monate nach seiner Hochzeit wieder zur Armee eingezogen, nachdem Frankreich Deutschland am 19. Juli 1870 den Krieg erklärt hatte.
Das preußische Heer bestand zu dieser Zeit aus dem Gardekorps sowie elf Armeekorps, wobei das VI. Armeekorps als das schlesische Armeekorps galt. Der Wehrdienst Johanns bei der Kavallerie und die Festlegung in der Erzählung Mariannas auf „Leibgarde“ verleitet zu der Schlussfolgerung, dass Johann in einem der acht berittenen Garderegimenter des Gardecorps, möglicherweise aber auch im 1. Schlesischen Leib-Kürassierregiment (VI. –Schlesisches- Armeekorps), im letztem Einigungskrieg Bismarcks gegen Frankreich teilgenommen hatte.
Während der Ehemann im fernen Frankreich für die Einheit Deutschlands kämpfte, brachte Marianna Smarzly am 19. Oktober 1870 in Blaschewitz eine gesunde Tochter zur Welt, die den Namen Hedwig erhielt.
Als der Krieg am 28. Januar 1871 beendet wurde, ritt wohl noch im Frühjahr des Jahres 1871 Johanns Regiment, möglicherweise den Kaiser begleitend, in die Festung Cosel ein. Als die ihren Ehemann vermissende Marianna dies erfuhr, packte sie die kleine Hedwig dick in einen Leinsack ein und unternahm die genannte strapaziöse und abenteuerliche Reise zu Fuß in das ca. 30 Kilometer entfernte Cosel, um ihren Mann wieder zu sehen. 
Wohl nicht lange Zeit nach diesem Ereignis wurde Johann entgültig ins Zivilleben entlassen und kehrte nach Blaschewitz zurück, wo er bis zum Jahre 1874 mit seiner Familie als Einlieger (Mieter) wohnte. Vielleicht lebte er mit seiner kleinen Familie im Haus seines Vaters bzw. Bruders, möglicherweise im freigewordenem Auszüglerhäuschen. Nach dem Ableben der Stief-Großmutter Anastasia Smarzly (dritte Ehefrau von Andreas II. Smarzly) zwei Monate vor Johanns Hochzeit, sowie dem um diese Zeit erfolgen Auszug der Schwester Theresia Kamionka nach Oberglogau, wurde auf dem elterlichen Besitz zumindest Platz frei.
Hier in Blaschewitz wurde am Heiligabend 1872 noch die Tochter Franziska geboren. Spätestens Ende des Jahres 1874 oder Anfang 1875 zog Johann mit Ehefrau Marianna und den zwei Töchtern ins nahegelegene Dorf Syßlau um, wo er eine Schankwirtschaft von der Kretschambesitzerwitwe Mariana Zayonc pachtete. Im Mai 1875 wurde in Syßlau der älteste Sohn Johann II. geboren.

Gastwirtschaft in Syßlau, die Johann Smarzly in den Jahren 1873-77 pachtete.
Hier wurde auch sein ältester Sohn Johann II. 1875 geboren.
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Spätestens aber im April 1877 lebte die Familie bereits im zehn Kilometer östlich gelegenem Dorf Neuhof bei Oberglogau. Auch hier pachtete Johann die einzige sich im Ort befindende Gastwirtschaft, von der kurz zuvor verwitweten Marianna Larisch geb. Smuda. Ob Johann beabsichtigte sich hier als Gasthausbesitzer selbstständig zu machen ist ungewiss. Jedenfalls wurde die Pacht der Wirtschaft nicht weiter verlängert, nachdem die Besitzern im August 1878 erneut heiratete und unsere Familie sich zum wiederholten Male nach einer neuen Bleibe und Einkommensmöglichkeit umsehen musste. Bis zum Herbst 1879 lebten die Smarzly noch als Einlieger in Neuhof, wo 1877 die dritte Tochter Marianna das Licht der Welt erblickte. 
Am 01. September 1879 erwarb die im siebten Monat schwangere Einliegerin Marianna Smarsly, im knapp zwei Kilometer nördlich von Neuhof gelegenem Dorf Reitersdorf eine ganze Häuslerstelle, in Größe von 10.180 m² (1 Hektar, 1 Aar, 80 m²), sowie ein kleines Ackerstück über 150 m².
Fünf Tage später wurde die Eigentumseintragung auf Marianna in den Grundbüchern festgeschrieben. Ein recht ungewöhnlicher Vorgang in einer Zeit, als sogar in den Städten noch Frauen jegliche Geschäfte nur mit Genehmigung ihrer Ehemänner ausüben durften. Interessant zudem auch, weil Marianna auch schon am 03. August 1879 als Alleineigentümerin des in Blaschewitz gelegenen Ackerstückes aus dem Erbe nach ihrem Schwiegervater Joseph II. Smarzly aufgetreten ist. Bereits zwei Jahre zuvor wurde Marianna, nur vier Wochen nach der Übertragung dieses Grundstückes auf ihren Ehemann, Miteigentümerin dieser Äcker in Blaschewitz. Dieser Acker wurde übrigens am 05. Februar 1889 an die Eheleute Josef und Johanna Wollmann aus Blaschewitz verkauft, nachdem Johann und Marianna möglicherweise keinen Pächter fanden, dieses Feld aber von Reitersdorf aus selbst nicht bearbeiten konnten. Auch am 13. März 1888 trat Marianna Zmarsly als Alleineigentümerin eines kurz zuvor erstandenen Ackergrundstückes in Größe von 10.260 m² (1 Hektar, 25 Aar, 10 m²) auf dem Körnitzer Flurstück „Kalamben“ auf, welches nach dem Kauf am 05. Juli 1887 zunächst auf beide Eheleute Johann und Marianna Smarzly eingetragen war. Hingegen verblieb ein am 23. November 1886 auf beide Eheleute aufgelassenes und eingetragenes, 556 m² (48 Aar, 76 m²) großes Ackerstück in der Gemarkung Komornik, im Eigentum beider Eheleute.

Zwei Monate nach dem Kauf der neuen Häuslerstelle, lebte unsere Familie bereits in Reitersdorf, wo am 17. November 1879 die vierte Tochter Lucia das Licht der Welt erblickte und im Pfarrort von Reitersdorf, in Kerpen getauft wurde.

 

Auch in Reitersdorf wechselten für die Familie glückliche Momente, wie die Geburten der Kinder, sich mit schlechten Tagen ab. Dreizehn Jahre nach dem Umzug informierte der Amtsvorsteher von Stiebendorf im Neustädter Kreisblatt vom 20. Oktober 1892 öffentlich, dass unter den Rindviehbeständen des Gärtners Johann Sobek, des Gärtners Ambrosius Hadamek, des Halbbauers Ludwig Lyko aus Körnitz und des Häuslers Johann Smarzly aus Reitersdorf, die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden sei. Erst am 02. Januar 1893 konnte der Amtsvorsteher wieder mitteilen, dass diese Seuche im Gutsbezirk und in der Gemeinde Körnitz erloschen sei.
Ob Johann das kleine, traditionell aus Holz/Lehm gebaute und mit Stroh gedeckte Häuschen, welches unsere Familie laut Erzählungen in Reitersdorf zunächst bewohnte, selbst erbaute, oder ob dieses hier beim Kauf bereits stand, ist nicht bekannt. Eine mündliche Überlieferung besagt aber, dass dieses Häuschen abbrannte „als man bei den Schneiders Hochzeit feierte“. Mit der Hochzeit bei den Schneiders ist gewiss die Vermählung der ältesten Tochter Hedwig mit dem zwei Jahre älteren Nachbarssohn Joseph Schneider (Schneider auch vom Beruf) am 13. September 1893 gemeint. Ob der Brand des Hauses unserer Familie tatsächlich am Tag der Hochzeitsfeier erfolgte, oder die Überlieferung das Ereignis nur grob in das Jahr dieser Hochzeitsfeierlichkeit legt, ist ebenfalls nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Johann nach diesem Brand ein neues Haus, welches heute noch von einem Teil der Familie bewohnt wird, mit einem Stall und einer Scheune aus Ziegelsteinen und mit festem Dach, massiv erbaute. Der heute noch teilweise sichtbar in einem Balken der Scheune eingeritzte Name mit Jahreszahl „J. Zmarz...1893“ untermauert diese Geschichte. Möglicherweise wurde auch bereits in dieser Zeit, neben dem Grundstück von Johann und Marianna Smarzly, der etwa zehn Meter hohe Glockenturm aus Eisen, und versehen mit einer im Jahre 1844 gegossenen Messingglocke, errichtet. Das Läuten der Dorfglocke hatten nach Johann I, sein Sohn Johann II. und später sein Enkel Anton übernommen. Die Tradition des täglichen Glockeläutens zur Mittagszeit, zum Ave Maria, sowie bei Beerdigungen der Reitersdorfer und bei besonderen Anlässen, hielten die Nachfahren von Johann noch über das gesamte 20. Jahrhundert aufrecht.
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Die ältesten Fotos vom 1893 von Johann Smarzly erbauten Haus
und der Häuslerstelle in Reitersdorf 
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Die Glocke von Reiterdorf
 neben dem Anwesen von Johann Smarzly,
mit einer 1844 gegossenen Messingglocke,
deren tägliches Läuten für Johann, seinen Sohn Johann II.
und den Enkel Anton Ehrensache war. 
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In Reitersdorf wurden dem Ehepaar Johann und Marianna Smarzly noch weitere zwei Kinder geboren; 1882 die Tochter Pauline und 1883 der Sohn Theodor. Hier starben aber auch noch im Kindesalter zwei der Töchter, nämlich die dreijährige Marianna und die nur eine Woche alte Pauline.
Am Sonntag, den 10. Dezember 1898, starb in Reitersdorf, im Alter von nur 54 Jahren, Johann Smarz³y an bisher nicht näher bekannten Umständen. Er wurde am 13. Dezember 1898 auf dem Pfarrfriedhof in Kerpen beigesetzt. Johann hinterließ die Witwe Marianna mit den teils erwachsenen und noch nicht verheirateten Kindern Franziska (26), Johann (23), Lucia (19) und Theodor (15). Die verheiratete Tochter Hedwig Schneider hatte bereits eine eigene Familie.
 
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Katholische Kirche in Kerpen.
Hier wurden unsere Familienangehörigen zwischen 1879 und 1945 getauft,
hier heirateten sie und hier wurden sie beerdigt.
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Lange noch blieben die unverheirateten Kinder von Johann uns Marianna im Elternhaus. Franziska war die erste, die sechs Jahre nach dem Tod des Vaters den Gärtner Mathäus Kipka aus Körnitz heiratete und das Elternhaus verließ. Erst im Jahre 1917 heiratete auch die bereits achtunddreißigjährige Lucia den Joseph Saga aus Komornik und zog dorthin. Schneller war der jüngste Spross der Familie, Theodor Smarzly. Dieser war bereits in seiner Jugend in die pulsierende Metropole des Reiches, nach Berlin gegangen, wo er den Beruf des Fleischers erlernte. Am 20. Mai 1913 heiratete der dreißigjährige Theodor in der St. Pius Kirche in Berlin-Friedrichshain Pauline Schindler aus Kerpen, dem Nachbardorf in der Heimat. Obwohl die Familie schon seit 1914 in Berlin-Friedrichshain lebte, wurde die kurz vor Weihnachten 1918 verstorbene Tochter von Theodor und Pauline, Margarethe, in Kerpen beigesetzt. Möglicherweise war die junge Familie Theodors während der ersten Weihnachtsfeiertage nach dem Ersten Weltkrieg, zu ihren Familien in die Heimat zu Besuch gereist, als die Tragödie, der Tod des einzigen Kindes geschah. Statt den Leichnam des Kindes nach Berlin zu überführen, entschloss man sich dann zu einer Bestattung in der Heimaterde.

Theodor Smarsly wohnte mit seiner Ehefrau noch bis 1928 in einer Erdgeschoss-Einliegerwohnung in der Elisabethstrasse 45H, im Stadtteil Friedrichshain, wo er als Fleischer und in den Jahren 1921-28 als Handlesmann arbeitete. 1929 zog das Ehepaar in den Stadtteil Prenzlauer Berg, in die Esmarchstrasse 26 um, wo Theodor noch bis 1943 nachweisbar lebte und wieder als Fleischer arbeitete. Erzählungen zufolge heiratete er nach dem Tod der ersten Ehefrau Pauline, in Berlin eine Frau namens Martha. Theodor starb kinderlos zwischen 1940/50. Seine zweite Ehefrau starb in den 1960er Jahren. Nach dem Tod von Martha fiel Theodors Neffen in Reitersdorf ein kleiner Schrebergarten in Ostberlin als Erbe zu, welches dieser nie antreten konnte. 
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Der älteste Sohn von Johann und Marianna Smarzly, Johann II. verblieb auf dem elterlichem Besitz in Reitersdorf.
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